Verhalten im Fotograben als Konzertfotograf

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In der Konzertfotografie haben sich einige Regeln etabliert und auch im Fotograben gibt es eine gewisse (ungeschriebene) Netiquette. Der Fotograben oder auch Bühnengraben beschreibt dabei den Freiraum zwischen Bühne und Zuschauerabsperrung bei einem Konzert. Dieser variiert in seiner Breite. Bei Konzerten werden vom Bühnengraben aus – meist während der ersten drei Songs – die Konzertfotos geschossen. Mit diesem Artikel habe ich einmal die wichtigsten Punkte niedergeschrieben, worauf man als Fotograf bei der Arbeit im Fotograben achten sollte.

Worauf man als Fotograf bei der Arbeit im Fotograben achten sollte:

 

Unauffällig bleiben

Als Konzertfotograf kann man bei der Arbeit leicht viele Personen stören. Vom Publikum oder der Security bis hin zu den Künstlern auf der Bühne, die von Fotografen abgelenkt werden. Deswegen ist das wichtigste Gebot der Stunde als Fotograf: unauffällig bleiben. Mit einer zurückhaltenden Arbeitsweise entstehen meist die authentischsten Fotos und niemand fühlt sich durch die Anwesenheit im Bühnengraben gestört.

Kollegen nicht die Sicht wegnehmen

Der Platz im Fotograben ist meist sehr eng. Auch auf großen Festivals füllt sich der Graben bei den Headlinern meist stark. Deswegen kann es immer mal wieder dazu kommen, dass man den Ellbogen oder den Arm eines anderen Fotografen im Bild hat. Alle Fotografen haben während eines Konzerts die Aufgabe ein bestmögliches Ergebnis für die jeweiligen Auftraggeber abzuliefern. Deswegen ist ein rücksichtsvolles Miteinander wichtig, um anderen nicht die Sicht zu blockieren. Aktionen, wie das einhändige hochhalten der Kamera am Bühnenrand, sollten deswegen immer unterlassen werden. Das ruiniert allen anderen Kollegen rundherum das Foto. Ein weiteres No-Go im Fotograben ist ein angesteckter Blitz. Das Verwenden eines Blitzes hat in der Konzertfotografie ohnehin nichts verloren und auch ein aufgesteckter Blitz verhindert, dass ein Kollege hinter dir ein gutes Foto machen kann.

Tipp: Um beim Aufnehmen von Hochkantaufnahmen das Austrecken des Ellenbogens beim Umgreifen zu vermeiden, empfiehlt sich die Verwendung eines Batteriegriffs. Mit diesem zusätzlichen Auslöser am Batteriegriff liegt die Kamera sicher in der Hand und man nimmt als Fotograf weiterhin eine kompakte Position ein.

Keine Taschen, Rucksäcke oder Jacken im Bühnengraben

Taschen, Rucksäcke oder gar Koffer haben im Fotograben nichts verloren. Mit einem aufgezogenen Fotorucksack bewegt man sich behäbig, nimmt im beengten Raum unnötig Platz weg und blockiert möglicherweise anderen Personen den Weg. Vor der Bühne abgestellte Rucksäcke sind prädestinierte Stolperfallen. Objektivtaschen können meist am Bühnenrand abgestellt werden. Im Dialog mit Security oder entsprechenden Presseansprechpartnern, die dich in den Fotogaben einlassen, findet sich meist ein Ort an dem alles Equipment sicher abgelegt werden kann.

 Tipp: Mit Objektivköchern, die am Hosengürtel befestigt werden können, kann man Wechselobjektive einfach mit in den Bühnengraben nehmen. Viele Konzertfotografen benutzen ohnehin zwei Bodys, sodass zwei Objektive immer einsatzbereit sind, um bei allen Situationen schnell reagieren zu können.

Ein Fan steht jubelnd bei einem OpenAir in der Menge

Nettiquette im Fotograben

Gute Plätze vor den Bühnen sind sehr beliebt und zumeist auch knapp. Um auf dem engen Raum miteinander kommunizieren zu können, ist die nonverbale Kommunikation wichtig. Oftmals reichen einfache Handreichen oder der Augenkontakt aus, um mit anderen Konzertfotografen die Plätze zu tauschen oder sich auf etwas aufmerksam zu machen.

Deswegen sollte man mit offenen Augen für die Bühne, aber auch für die Kollegen im Fotograben sein. Rücksichtsvolles Verhalten zahlt sich aus, denn dadurch machen einen andere auch auf besondere Motive aufmerksam. Die Welt der Konzertfotografie ist keine große. Kollegen trifft man immer wieder an unterschiedlichen Orten. Deswegen ist das kollegiale Miteinander wichtig.

Ansagen befolgen

Den Ansagen von Security oder Bühnenverantwortlichen sollte Folge geleistet werden. Wenn der Bühnengraben aufgrund einer Veränderung der aktuellen Situation schneller geräumt werden muss oder falls es zu ungeplanten Zwischenfällen kommt, bringt diskutieren nichts. Jeder möchte bei einem Konzert den bestmöglichen Job machen. Anschuldigungen oder unfreundliches Verhalten fällt im Zweifel immer wieder auf die Fotografen oder die Redaktion zurück. Genauso wie die Welt der Konzertfotografen ist auch die Welt der Veranstalter klein und man kennt sich. Freundlichkeit zahlt sich aus!

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