Mikrofon für die Kamera: Welches du wirklich brauchst

Ton macht die Hälfte des Videos aus. Das ist kein Spruch, das ist die Erfahrung von jedem, der schon mal wunderbares Material geschnitten hat, das wegen einer schlechten Tonspur trotzdem unbrauchbar war. Bild verzeiht man. Ton nicht.

Ich produziere seit Jahren Videos für Kunden — Interviews, Imagefilme, Konzertmitschnitte — und habe in der Zeit ziemlich genau die Fehler gemacht, die man machen kann. Dieser Artikel ist die Abkürzung: welches System wofür taugt, warum die Funkstrecke ausgerechnet auf Messen ausfällt, und eine kleine Buchse, die 2026 die Kaufentscheidung kippt — in fast keinem Vergleich steht sie drin.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Kamera-Onboardmikro taugt für genau eine Sache: als Referenzspur zum Synchronisieren. Nie für die Endproduktion.
  • Ein Richtrohr macht Raumhall nicht kleiner — es macht ihn lauter. In Beton- und Glasräumen geht ohne Ansteckmikro nichts.
  • Der DJI Mic 3 hat den 3,5-mm-Eingang am Sender gestrichen. Wer ein verstecktes Lavalier fahren will, kann ihn nicht nutzen.
  • 2,4 GHz ist in vollen Messehallen dicht. Dual-Band-Systeme helfen — ein Kabel als Rückfallebene ersetzen sie nicht.
  • Fell statt Schaumstoff, immer. Und ein Richtrohr ohne Shockmount überträgt jeden Griff an der Kamera auf die Tonspur.

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Der 5-Sekunden-Check: Was suchst du?

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🎤 Ich mache Interviews und will das Mikro nicht sehen

Funkstrecke mit Eingang für ein verstecktes Lavalier.

⚡ Ich brauche schnellen O-Ton, sofort einsatzbereit

Rausnehmen, anknipsen, läuft — und störungsfester als die Konkurrenz.

🎬 Ich will Atmo und einen Sicherheitston auf der Kamera

Das Richtrohr, das du nicht bereust.

🔌 Ich habe schon eine Funkstrecke und will besseren Klang

Das Nachrüstteil, das den größten Unterschied macht.

📡 Warum reißt mein Funk ausgerechnet in der Halle ab?

Das 2,4-GHz-Problem und was dagegen hilft.

⚠️ Die Audiofehler, die mich Geld gekostet haben

Drei Stück, und den ersten macht fast jeder.

Systeme

Ansteckmikro oder Richtrohr: Was löst was?

Es gibt zwei Grundtypen, und sie lösen unterschiedliche Probleme. Wer den falschen kauft, hat teure Technik und dieselbe schlechte Tonspur wie vorher.

Das Ansteckmikro (Lavalier)

Sitzt am Körper, wenige Zentimeter vom Mund entfernt. Der entscheidende Vorteil: Der Ton bleibt absolut konstant, egal wie sehr die Person den Kopf dreht oder sich bewegt. Genau deshalb ist es die erste Wahl für feste Interviews und für alle, die beim Sprechen in Bewegung sind. Der zweite Vorteil fällt erst in schwierigen Räumen auf: Weil es so nah am Mund sitzt, nimmt es kaum Raum mit.

Das Richtrohr (Shotgun)

Sitzt auf der Kamera oder an einer Angel und hört gerichtet nach vorne. Es ist die richtige Wahl für Atmo, für Lauf-O-Töne und überall dort, wo keine Zeit bleibt, jemandem ein Mikro anzustecken — auf Veranstaltungen passiert das ständig. Und es ist der beste Sicherheitston: Es läuft einfach mit, ohne dass du daran denken musst.

Beides zusammen ist der Normalfall

In der Praxis schließen sich die beiden nicht aus. Auf meinen Drehs läuft die Funkstrecke für die Sprache und das Richtrohr auf der Kamera als zweite Spur. Wenn ein Sender wegbricht oder jemand das Mikro streift, hast du im Schnitt noch etwas, mit dem du arbeiten kannst. Das ist der Punkt, an dem Auftragsarbeit anfängt.

Ein Richtrohr macht den Raumhall nicht kleiner. Es macht ihn lauter.

Der Hallraum-Fehler

Das ist der Irrtum, der mir am häufigsten begegnet: Weil ein Richtrohr „gerichtet“ heißt, nehmen viele an, es blende den Raum aus. Das Gegenteil stimmt. Es verstärkt, was aus seiner Richtung kommt — und in einem Beton- oder Glasraum kommt aus dieser Richtung eben auch der reflektierte Schall der gegenüberliegenden Wand.

Konkret: leere Messehalle, modernes Büro mit Glasfront, Treppenhaus, Turnhalle. Dort klingt eine Richtrohraufnahme, als stünde der Sprecher in einer Kirche. Ich hatte genau das schon auf einem Dreh, bei dem ich das Richtrohr für ausreichend hielt — im Schnitt war der Ton nicht zu retten. In hallenden Räumen geht ohne Ansteckmikro direkt am Mund gar nichts. Das ist keine Komfortfrage, das ist die einzige Lösung.

Kaufkriterium

Die 3,5-mm-Buchse, über die kaum jemand redet

Hier kommt der Punkt, der in fast keinem Vergleichstest steht und der über den Look deiner Videos entscheidet.

Moderne Funkstrecken haben ein Mikrofon direkt im Sender eingebaut. Du klemmst den Sender an den Kragen, fertig. Das ist schnell und für viele Situationen völlig in Ordnung. Aber bei einem geplanten Interview sieht ein Kästchen am Revers schlicht billig aus — wie ein YouTube-Video, nicht wie eine Produktion. Deshalb arbeite ich bei allem, was hochwertig aussehen soll, anders: Funkstrecke ja, aber mit einem kabelgebundenen Lavalier, das unter der Kleidung verlegt wird und am Kragen nur als kleiner Punkt herausschaut. Der Sender verschwindet in der Hosentasche oder am Gürtel.

Das geht aber nur, wenn der Sender einen 3,5-mm-Eingang hat. Und genau hier ist 2025 etwas passiert, das viele übersehen: Beim DJI Mic 3 hat der Hersteller diesen Eingang gestrichen. Der Vorgänger Mic 2 hatte ihn noch. Wer also auf die neueste Generation umsteigt und mit versteckten Lavalieren arbeitet, verliert genau diese Möglichkeit — und merkt es meist erst, wenn das Paket schon offen ist.

Wer hat den Eingang, wer nicht

  • Rode Wireless PRO: ja, 3,5 mm am Sender — und zwei Lavalier-Mikrofone liegen sogar bei.
  • DJI Mic 2: ja, 3,5 mm am Sender.
  • DJI Mic 3: nein. Nur das eingebaute Mikrofon.
  • DJI Mic Mini: nein.

Wenn du heute weißt, dass du irgendwann versteckte Lavaliere fahren willst, ist das das erste Kriterium, nach dem du sortierst. Alles andere lässt sich nachrüsten, ein fehlender Eingang nicht.

Shockmount ist kein Zubehör

Ein Richtrohr, das starr im Blitzschuh sitzt, überträgt jeden Griff ans Objektiv, jeden Zoomring und jede Erschütterung als lautes Poltern auf die Tonspur. Das ist im Schnitt nicht reparierbar. Achte darauf, dass eine elastische Aufhängung dabei ist — bei Rode ist das die Rycote-Lyre-Halterung, andere Hersteller nennen es Shockmount. Ohne das ist ein Richtrohr an einer Kamera, die du in der Hand hältst, praktisch unbrauchbar.

Wann der Sender am Kragen völlig in Ordnung ist

Damit das nicht dogmatisch wird: Für schnelle O-Töne, Events, Reportagen und alles, was nach Reportage aussehen darf, ist der Sender am Revers kein Problem — im Gegenteil, er ist der Grund, warum diese Systeme so beliebt sind. Rausnehmen, anknipsen, läuft. Kein Kabel verlegen, keine zwei Minuten am Menschen herumfummeln.

Die Faustregel: Je geplanter der Dreh, desto weniger darf man die Technik sehen. Bei einem spontanen Statement auf einer Messe erwartet niemand ein unsichtbares Mikro. Bei einem Imagefilm mit Licht und Stativ schon.

Funk

Warum die Funkstrecke ausgerechnet dann abreißt, wenn es zählt

Fast alle gängigen Systeme funken auf 2,4 GHz. Das ist dasselbe Band, auf dem WLAN, Bluetooth-Kopfhörer, Funkauslöser und jedes Smartphone im Raum unterwegs sind. Solange du draußen oder in einem normalen Büro stehst, merkst du davon nichts.

In einer vollen Messehalle oder auf einer Großveranstaltung mit ein paar tausend Menschen ist das Band schlicht dicht. Der Ton setzt aus, knackt oder bricht ganz weg — und zwar genau in dem Moment, in dem der Gesprächspartner den entscheidenden Satz sagt. Das ist mir oft genug passiert, dass ich inzwischen immer ein Kabel dabeihabe. Nicht als Notlösung, sondern als geplante zweite Ebene.

Was technisch hilft: Systeme, die zwischen 2,4 und 5 GHz wechseln können. Der DJI Mic 3 macht das automatisch, und das ist tatsächlich sein stärkstes Argument — in belebter Umgebung hält die Verbindung spürbar besser. Verlassen würde ich mich trotzdem nicht darauf. Funk ist Funk.

Was immer mit in die Tasche gehört

Ein langes 3,5-mm-Klinkenkabel als Rückfallebene, ein TRS-auf-TRRS-Adapter fürs Handy, ein Satz Ersatz-Fellwindschutz und Kopfhörer zum Abhören. Ohne Kopfhörer weißt du erst am Schnittplatz, dass etwas nicht stimmt — und dann ist es zu spät. Was sonst noch mitkommt, steht in meiner Liste zum Kamerazubehör für unterwegs.

Kauffehler

Die drei Audiofehler, die mich Geld gekostet haben

Alle drei selbst gemacht. Der erste ist der teuerste, weil er sich so günstig anfühlt.

1. Ein billiges Ansteckmikro kaufen

Blechsound. Anders kann man es nicht nennen — dünn, scheppernd, ohne Tiefe, und im Schnitt bekommst du das mit keinem Equalizer wieder gerade. Ein Ansteckmikro sitzt näher am Mund als jedes andere Mikrofon, es hört also mehr, nicht weniger. Genau deshalb hört man Sparen an dieser Stelle sofort. Das ist der Bereich, in dem ich ohne Einschränkung zum höherwertigen Modell rate.

2. Ein Richtrohr ohne Shockmount

Klobig, starr im Blitzschuh, und jeder Handgriff an der Kamera landet als Poltern auf der Tonspur. Ein Richtrohr gehört in eine elastische Aufhängung, Punkt.

3. Onboard-Ton für die Endproduktion nutzen

Das eingebaute Mikrofon der Kamera taugt für genau eine Sache: als Referenzspur, um im Schnittprogramm die separate Tonspur zu synchronisieren. Wer Onboard-Ton in ein Kundenvideo legt, liefert Amateurqualität ab — und das fällt jedem auf, auch Leuten, die nicht sagen könnten warum.

Wind: Fell ist Pflicht, und hier ist Schluss

Der mitgelieferte Schaumstoff reicht nie. Draußen gehört ohne Ausnahme der Fellwindschutz drauf — auf das Richtrohr und auf das Lavalier. Aber auch das hat eine Grenze: Ab küstennahem Starkwind oder Sturmböen übertragen sich die tiefen Frequenzen direkt über das Gehäuse, da hilft kein Fell mehr. Dann bleiben zwei Dinge: Standort wechseln und den Windschatten eines Gebäudes oder Autos nutzen — oder den Low-Cut beziehungsweise Hochpassfilter zuschalten, um das tiefe Rumpeln abzuschneiden. Beides zusammen rettet mehr, als man denkt.

Praxis

Wie ich es tatsächlich mache

Zwei Wege, und die Grenze dazwischen ist klarer, als ich ursprünglich dachte.

Interviews, Statements, Imagefilm: Ton geht direkt in die Kamera. Funkstrecke rein, Pegel setzen, abhören, fertig. Alles andere wäre unnötiger Aufwand — die Synchronarbeit im Schnitt spart man sich komplett, und moderne Kameras nehmen den Ton gut genug auf. Wenn es hochwertig aussehen soll, hängt am Sender ein kabelgebundenes Lavalier unter der Kleidung.

Konzerte und komplexe Setups: Ton separat. Bei Musiksachen mit mehreren Quellen wird direkt ins MacBook aufgenommen, und die Kamera liefert nur die Referenzspur zum Synchronisieren. Das ist der Moment, in dem Timecode wirklich etwas bringt — bei einem Interview mit einer Kamera braucht ihn niemand.

Was ich selbst nutze

Im Alltag läuft bei mir eine Rode-Funkstrecke, für schnelle Sachen habe ich auch schon mit dem DJI-System gearbeitet — das ist wirklich angenehm unkompliziert. Der Unterschied zwischen beiden ist im fertigen Video kleiner, als die Datenblätter vermuten lassen. Der Unterschied zwischen einem gut gesetzten Ansteckmikro und einem schlecht gesetzten ist riesig. Da liegt die Musik, nicht in der Marke.

 

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Was du wirklich brauchst

Vier Empfehlungen nach Anwendungsfall. Du brauchst nicht alle — such dir die Situation, die auf dich zutrifft.

Für Interviews | Mit verstecktem Lavalier

Rode Wireless PRO — für Interviews

★★★★★ (5/5)

Die Funkstrecke für alles, was hochwertig aussehen soll. Entscheidend ist der 3,5-mm-Eingang am Sender: Damit kannst du ein kabelgebundenes Ansteckmikro unter der Kleidung verlegen, statt ein Kästchen ans Revers zu klemmen. Zwei passende Lavalier-Mikrofone und Fellwindschutz liegen bereits bei — du kaufst also kein System, das du erst noch komplettieren musst.

Dazu kommen zwei Dinge, die man erst im Ernstfall zu schätzen weiß: Jeder Sender nimmt intern in 32-Bit-Float auf, was übersteuerte Stellen im Schnitt rettbar macht, und es gibt eingebauten Timecode für Mehrkamera-Setups.

Für wen: Auftragsarbeit, geplante Interviews, Imagefilm, alles mit zwei Kameras.

Nicht ideal für: Wer nur schnell einen O-Ton einfangen will — dafür ist es mehr Technik, als der Moment hergibt.

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  • Kompaktes Dual-Kanal-Wireless-Mikrofonsystem mit zwei Sendern und einem Empfänger, ideal für Video-Produktionen, Interviews, Podcasts, Livestreams und Content Creation
  • Integrierte 32-Bit-Float-On-Board-Aufnahme mit über 40 Stunden internem Speicher pro Sender, verhindert Clipping und sorgt für saubere Audioqualität in jeder Aufnahmesituation
  • Präzise Timecode-Synchronisation für exakten Audio-Video-Abgleich sowie stabile Series-IV-2,4-GHz-Funkübertragung mit bis zu 260 m Reichweite und 128-Bit-Verschlüsselung

Für schnellen O-Ton | Rausnehmen, anknipsen, läuft

DJI Mic 3 — für schnellen O-Ton

★★★★☆ (4/5)

Das System für Tempo. Sender aus dem Ladecase nehmen, anklemmen, es ist bereits verbunden — in der Praxis ist das der Grund, warum diese Bauart zum Standard geworden ist. Auf Events und Messen, wo du keine zwei Minuten bekommst, entscheidet das darüber, ob du den O-Ton überhaupt hast.

Der technisch stärkste Punkt ist das automatische Wechseln zwischen 2,4 und 5 GHz. Genau dort, wo einfachere Systeme in vollen Hallen aussteigen, hält die Verbindung spürbar besser. Dazu 32-Bit-Float, Timecode und ein Sender, der kaum noch etwas wiegt.

Für wen: Events, Reportage, Vlog, Social Content — überall, wo Tempo vor Optik geht.

Nicht ideal für: Verstecktes Lavalier. Der Sender hat keinen 3,5-mm-Eingang mehr — wer den braucht, greift zum Vorgänger Mic 2 oder zur Rode-Strecke oben.

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  • Unterstützt 4 Sender + 8 Empfänger & Vierkanal-Ausgang [1] - Der Empfänger dieses Lavaliermikrofons kann mit 4 Sendern gekoppelt werden und Audio an 7 zusätzliche Empfänger synchronisieren—ideal für Podcasts oder Gruppeninterviews.
  • Konsistenter, ausgewogener Klang in jeder Szene - Ob du flüsterst oder schreist, die adaptive Gain-Steuerung [5] dieses drahtlosen Mikrofons hält deinen Ton in belebten Cafés oder bei Outdoor-Abenteuern klar.

Für die Kamera | Atmo und Sicherheitston

Rode VideoMic GO II — auf der Kamera

★★★★☆ (4/5)

Das Richtrohr, das ich empfehle, wenn eines auf die Kamera soll. Es sitzt in einer elastischen Rycote-Halterung, nimmt also Handgriffe und Erschütterungen nicht als Poltern mit — genau der Fehler, den ich selbst einmal teuer gelernt habe.

Es läuft über die Kamera oder per USB-C direkt an Rechner und Handy, braucht keine Batterie und ist leicht genug, dass es auch auf einer kleinen Systemkamera nicht stört. Für Atmo, Lauf-O-Töne und als mitlaufende zweite Spur ist es genau richtig.

Für wen: Alle, die eine zweite Tonspur wollen, ohne darüber nachdenken zu müssen. Und für Situationen, in denen niemand Zeit für ein Ansteckmikro hat.

Nicht ideal für: Hallende Beton- und Glasräume. Dort verstärkt jedes Richtrohr das Problem, statt es zu lösen.

Zum Nachrüsten | Der größte Sprung pro Euro

Rode Lavalier II — zum Nachrüsten

★★★★★ (5/5)

Wenn du bereits eine Funkstrecke mit 3,5-mm-Eingang hast, ist das hier das Teil, das am meisten verändert. Ein ordentliches Ansteckmikro klingt voll und natürlich, wo ein billiges dünn und blechern klingt — und weil es so nah am Mund sitzt, hört man den Unterschied sofort, nicht erst im direkten Vergleich.

Der zweite Grund ist optisch: Das Kabel lässt sich unter der Kleidung verlegen, sichtbar bleibt nur ein kleiner Punkt am Kragen. Genau das trennt ein Interview, das nach Produktion aussieht, von einem, das nach Webcam aussieht.

Für wen: Jeder mit einer vorhandenen Funkstrecke, die einen Eingang hat.

Nicht ideal für: Besitzer neuerer DJI-Systeme ohne 3,5-mm-Buchse — dort lässt es sich nicht anschließen.

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  • Innovatives, flaches Kapseldesign
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Welches Mikrofon für welche Situation

Die kurze Entscheidungshilfe, wenn du nur eines kaufen willst:

  • Geplantes Interview, soll gut aussehen: Funkstrecke mit 3,5-mm-Eingang plus verstecktes Lavalier.
  • Events und schnelle O-Töne: Funkstrecke mit Ladecase, Sender direkt an den Kragen.
  • Atmo und Sicherheitston: Richtrohr auf der Kamera, mit elastischer Aufhängung.
  • Hallender Raum: immer Ansteckmikro, nie Richtrohr allein.
  • Volle Halle, viele Menschen: Dual-Band-System — und trotzdem ein Kabel in der Tasche.
  • Du bist unsicher: Fang mit einer Funkstrecke an. Sie löst mehr Probleme als jedes andere Einzelteil.

Wohin das alles kommt, steht im Vergleich Kameratasche oder Fotorucksack. Und wenn du in 4K mit hoher Datenrate aufnimmst, lohnt vorher ein Blick auf die richtige Speicherkarte.

Regensburg,StadtamHof, Sommertag, Welterbe

Zusammenfassung

Die Wahl zwischen Ansteckmikro und Richtrohr ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Frage des Raums und der Zeit, die du hast. Ansteckmikro, wenn die Person feststeht oder sich bewegt und der Raum hallt. Richtrohr, wenn es schnell gehen muss oder du eine mitlaufende zweite Spur willst. Auf ernsthaften Drehs läuft beides parallel.

Das Detail, das 2026 die Kaufentscheidung kippt, ist die 3,5-mm-Buchse am Sender. Sie entscheidet darüber, ob du ein Lavalier unter der Kleidung verlegen kannst — und damit darüber, ob dein Interview nach Produktion oder nach Webcam aussieht. Der DJI Mic 3 hat sie nicht mehr, die Rode-Strecke hat sie. Prüf das, bevor du bestellst.

Und der Satz, der über allem steht: Das Onboard-Mikro deiner Kamera ist eine Referenzspur, kein Ton. Wer das einmal verinnerlicht hat, hat die Hälfte des Videos gewonnen.

Häufige Fragen zu Mikrofonen für die Kamera

Reicht das eingebaute Mikrofon meiner Kamera?

Für die Endproduktion nie. Es taugt als Referenzspur, um im Schnittprogramm eine separat aufgenommene Tonspur zu synchronisieren — mehr nicht. Onboard-Ton in einem Kundenvideo fällt sofort auf.

Ansteckmikro oder Richtrohr — was soll ich zuerst kaufen?

Die Funkstrecke mit Ansteckmikro. Sie löst den häufigsten Fall (jemand spricht) am zuverlässigsten und funktioniert auch in Räumen, in denen ein Richtrohr scheitert. Das Richtrohr kommt als zweite Anschaffung dazu.

Warum klingt mein Richtrohr in Räumen so hallig?

Weil ein Richtrohr den Raumhall nicht ausblendet, sondern verstärkt, was aus seiner Richtung kommt — einschließlich der Reflexionen von der gegenüberliegenden Wand. In Beton-, Glas- und Hallenräumen führt kein Weg an einem Ansteckmikro nah am Mund vorbei.

Hat der DJI Mic 3 einen Anschluss für ein Lavalier?

Nein. Die Sender des Mic 3 haben keinen 3,5-mm-Eingang mehr, externe Ansteckmikrofone lassen sich also nicht anschließen. Der Vorgänger Mic 2 hatte ihn noch, ebenso die Rode Wireless PRO. Wenn du mit versteckten Lavalieren arbeitest, ist das ein Ausschlusskriterium.

Warum bricht meine Funkstrecke auf Messen ab?

Weil die meisten Systeme auf 2,4 GHz funken — demselben Band wie WLAN, Bluetooth und tausende Smartphones. In vollen Hallen ist es überlastet. Dual-Band-Systeme, die auf 5 GHz ausweichen, helfen spürbar. Ein Klinkenkabel als Rückfallebene ersetzen sie nicht.

Brauche ich Timecode?

Nur bei mehreren Kameras oder separat aufgenommenem Ton. Bei einem Interview mit einer Kamera, bei dem der Ton direkt in die Kamera geht, bringt Timecode nichts. Bei Konzerten mit mehreren Quellen spart er dagegen viel Zeit im Schnitt.

Was hilft gegen Windgeräusche?

Ein Fellwindschutz, nicht der mitgelieferte Schaumstoff — draußen ohne Ausnahme, auch auf dem Ansteckmikro. Bei Sturm stößt auch Fell an seine Grenze: Dann Standort in den Windschatten wechseln und zusätzlich den Low-Cut-Filter zuschalten, um das tiefe Rumpeln abzuschneiden.

Ton in die Kamera oder separat aufnehmen?

Bei Interviews und einfachen Setups direkt in die Kamera — das spart die komplette Synchronarbeit. Separat lohnt sich bei komplexeren Drehs, Konzerten und mehreren Tonquellen; dort geht die Aufnahme oft direkt in einen Rechner, und die Kamera liefert nur die Referenzspur.

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